21
— Kind,— rief Lotta, und faßte das Mädchen an beiden Armen,— ſpreche nicht ſo von dem Höch⸗ ſten, denn dann weiß ich nicht, was ich thue! Meint Elvira, daß ſie ſich gut beträgt, daß ſie fromm und geduldig iſt, wenn ſie ſo ſpricht? Wie gut ſind nicht Alle gegen Elvira, und für wie viel hat ſie nicht ihrem himmliſchen Vater zu danken? Wüßte er es, dann..
— Wollte ja nur hinaus und ſpielen,— brach Elvira aus, welche, während Lotta ſprach, zu weinen aufgehört hatte und die Thränen mit der Rückeite der Hand abtrocknete.— Seit der Schnee geſchmol⸗ zen,— fuhr ſie fort,— haſt Du mich nur ein ein⸗ ziges Mal mit hinausgenommen, und niemals, nie⸗ mals darf ich wie die Anderen im Grünen herum⸗ ſpringen, und nie lachen und ſpielen, und das iſt grade das, was ich will.— Höre Du, ich will nicht im Zimmer ſitzen, ich will nicht allein mit Dir ſein, ich will nicht.
Elvira kam nicht dazu, den Satz zu vollenden, ſondern wurde plötzlich von einer ſcharfen Mannes⸗ ſtimme unterbrochen, welche bemerkte:
— Mein Gott, Vira, wie Du ſchreiſt! Das war ſehr, ſehr häßlich! Pſui! pfui!
— Clvira drehte ſich um. Bromer ſtand da und ſah das Mödchen an, aber nicht mit Strenge, ja nicht einmal mit Ernſt, ſondern mit einem ſchelmiſchen Lächeln. Sie bückte ihren Kopf herunter. Bromér fuhr fort: Pat Dadda Dich jetzt wieder geärgert 8 war böſe von ihr; beſonders da ſie ſo du iſt,„ Veinetwegen Tag und Nacht zu arbeiten und immer


