Teil eines Werkes 
1. Band (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1

Wangen wurden roth. Ja, das meine ich. Es wäre beſſer, daß Du mit mir ſpielteſt, wenn ich nicht froh bin. Wenn ich nach dem Himmel hinaufſehe, werde ich verdrießlich, denn ich möchte auf den Wolken ſitzen und weit, weit von hier fortziehen; und da ich das nicht kann, ſo ſcheint es mir als wenn Gott, Papa und Du böſe wäret, weil Ihr mich einſperrt. Die Kinder des Schuhmachers hier neben uns dür⸗ ſen fortgehen, auf der Straße ſpielen und ſich un⸗ terhalten; aber ich darf nie hinaus. Es iſt nicht hübſch von Dir, daß Du mich nicht fortſpringen und mit den anderen Kindern ſpielen läßt. Es iſt nicht recht von Papa, daß er es mir verbietet dieſes häß⸗ liche Zimmer zu verlaſſen, und Gott iſt nicht gut, daß er es erlaubt, daß Papa und Dadda ſo böſe ſind.

Das Mädchen fing an zu weinen.

Lotta ſaß da ganz erſtaunt. Freilich war ſie an die Ungebuld des Kindes gewöhnt; aber nie früher hatte das Mädchen darüber geklagt, daß Gott nicht gut ſei. Lotta glaubte, daß ſie nicht recht ge⸗ hört. War es möglich, daß ihre kleine Elvira ſo gottloſe Worte ſprechen konnte? Lotta faltete die Hände, erhob ihren Blick gegen die Decke und mprmelte:

Herr da oben, verzeihe dieſem Kinde, wenn es nicht begreift, welche Sünde es begeht!

Wenn Du ſo ſprichſt, Dadda, ſiel Elvira ein und ſtampfte mit dem Fuß in den Boden, ſo gehe ich hin und werfe mich aus dem Fenſter

hin Ja, das thue ich, und dann magſt Duh dat weinen, daß Du daran Schuld geweſen,

und Ms geſchähe Dir und Papa und Cott Recht.