Bromér gewandt, um irgend eine Kleinigkeit, ein Kleinod oder ein Kleidungsſtück zu verſetzen oder zu verkaufen.
Bmn ſeiner doppelten Eigenſchaft als Kleiderhänd⸗
ler und Pfandleiher hatte Herr Bromér fortwährend
die Augen der Polizei auf ſich gerichtet, aber trotz der beharrlichſten Spionirerei ihrer Spürhunde, war es nicht gelungen herauszufinden, ob Herr Bromér ſich auch mit dem Einkauf von Diebsſachen beſchäf⸗ tigte.— Was indeſſen gewiß war, iſt, daß er nie damit betroffen wurde, oder auf irgend eine andere Weiſe mit der Polizei in Colliſion gerieth.
Nachdem wir uns eine Weile, vor dem Laden Bromérs aufgehalten und über ſeine Geſchäftsver⸗ hältniſſe im Klaren ſind, nehmen wir den Weg nach der Baggensgaſſe und nach demſelben Hauſe, das wir einmal früher beſucht haben.
Wir ſteigen vier Treppen hinauf und treten in
das große Zimmer, deſſen Meublement ſo ziemlich daſſelbe iſt, wie damals, als wir es das letztemal
ſahen, nur mit dem Unterſchied, daß es jetzt einen
altmodiſchen Secretair und zwei Betten ſtatt früher
einen, ſowie einige Stühle mehr dort gibt. Wir finden Lotta vor einem Tiſche ſitzend und eifrig mit Handarbeit beſchäftigt.— Am offenen
Fenſter ſteht ein Mädchen von neun Jahren auf
einem Stuhl, auf den es hinaufgeklettert iſt.
Es ſtützt die Ellenbogen auf den Fenſterpfoſten
und ruht mit dem Kinn auf den geballten Händen.
Mit einem Blick der Unzufriedenheit, der Unge⸗ duld und der Sehnſucht folgt es den Wölkchen,
welche über die tiefblaue Himmelsfeſte dahinſchweben.


