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verpflichtet hatte, das Kind eines Andern zu pfle⸗ gen. Ihr Aeußeres war vortheilhaft und aus den großen hellbraunen Augen ſprachen Güte und Ehr⸗ lichkeit.
Lange ſaß ſie im Gebet verſunken. Als ſie end⸗
lich die gefalteten Hände öffnete, blickte ſie herab auf das ſchlummernde Kind und flüſterte:
— Niemals werde ich Dich verlaſſen, und wenn ich auch nichts mehr vermag, ſo werde ich Deinem
Herzen Liebe zu Gott und zum Nächſten einpflan⸗
zen. Joa, das werde ich, wenn der Höchſte mich leben läßt.
Lotta berührte leiſe die Stirne des Kindes, in⸗ dem ſie den Segen des Herrn auf deſſen Haupt
herabflehte, worauf ſie in den Armen des Schlafes
die Sorgen des Tages zu vergeſſen ſuchte.
Als Bromér mit dem Vorfatz entſchlief, Geld für das Mädchen zu erwerben, ſchlummerte Lotta unter einem warmen Gebet zu dem Allgütigen ein, daß Er ihr Kraft und Fähigkeit geben möchte, ihren
Schützling zu einem guten und frommen, Gott und Menſchen angenehmen Weibe zu erziehen.
Ein Zeitraum von neun Jahren ſind ſeit dem obengenannten Abend verfloſſen. Es iſt Frühling.* Die Maiſonne vergoldet mit ihren Abendſtrahlen die Kirchen⸗ und Häuſerdächer der Hauptſtadt. Alle, welche Recht und Vermögen hatten, über ihre Zeit zu disponiren, hatten ſich vor die Stadt⸗


