Thränen, daß ſie unauslöſchliche Spuren hätten hin⸗ terlaſſen müſſen.*
dem Kutſcher nach der Baggensſtraße Nr. 0 zu fah⸗ ren befahl.
Raſſelnd rollte der Wagen von dannen; aber bei dem Schütteln deſſelben hörte man ein Winſeln aus dem großen Shawl, welcher das Weib und den Ge⸗ genſtand, den dasſelbe darunter trug, umhüllte. Der Mann fuhr zuſammen, ſagte aber nichts. In unun⸗
terbrochenem Schweigen wurde die Fahrt bis zu der
vorgeſchriebenen Stelle fortgeſetzt.
Dort angekommen, ſtiegen ſie vier Treppen hinauf und befanden ſich endlich unter dem Dach. Der Mann öffnete eine Thüre. Drinnen war es finſter. Der Regen ſchlug unbarmherzig praſſelnd gegen die Dachziegel, und der Wind pfiff klagend an den Fen⸗ ſterladen vorbei.
Das Zimmer, in welches ſie eintraten, war in⸗
deſſen warm, und einige Augenblicke darauf hatte
der Mann ein armſeliges Talglicht angezündet, wel⸗ ches nur ſchwach die dürftige Wohnung erleuchtete. Das Weib warf einen haſtigen Blick im Zimmer umher. Dasſelbe war groß und reinlich, aber ſo ſpärlich möblirt, daß es kahl und leer ausſah. Sie ſeufzte und wandte ſich weg vom Manne, welcher mit dem Lichte in der Hand da ſtand und den Blick auf ſie heftete. Sie nahm den Shawl ab und beugte ſich über ein zartes Kind, das ſie in ihren Armen hielt. Ein Paar große Thränen fiel auf das Geſicht des kleinen Geſchöpfs. Sie waren ſo bitter, dieſe
Der Mann hatte noch nicht ſeinen Rock und ſein 3


