* Lorenz wurde blutroth im Geſicht, er legte das
Meſſer hin und ſtand vom Tiſche auf.
Das Wiedererkennen bedurfte nur eine Zeit von wenig Augenblicken.
„So biſt du denn wieder frei geworden,“ ſagte Johannes,„nachdem dir faſt die Hälfte der Strafe geſchenkt worden iſt. Lorenz, ich frage dich jetzt im vollen Ernſte, willſt du nun endlich ein anderer, ein beſſerer Menſch werden, oder,“ fuhr er fort,„willſt
du dein Lebelang ein Schurfe bleiben. Du biſt jetzt
gegen 22 Jahre alt, biſt in den beſten Jahren und wenn Du willſt, ſo kannſt du die Verbrechen deiner Jugend durch eine beſſere Aufführung wieder gut machen, wenn du das willſt, ſo ſollſt du noch ein guter Menſch ein brauchbares Mitglied der Ge⸗ ſellſchaft werden. Iſt es jedoch dein Entſchluß auch künftighin dich ſelbſt und den Namen deiner Schwe⸗ ſter durch ſchlechte Handlungen zu ſchänden, dann wende dich hinweg und handle nach Gefallen, ver⸗ giß aber nicht, daß du einſt einem fürchterlichen Schickſale zum Opfer fallen wirſt, wenn du die Ge⸗ legenheit von dir ſtößt, Gott und Menſchen mit dir zu verſöhnen.“
Lorenz ſtand ſtumm vor dem Sprechenden, aus ſeinen Augen trat eine Thräne.
„Johannes,“ ſagte er,„deine Worte haben mich tief getroffen. Du haſt wahr geſprochen und ich könnte es an jenem Tage nicht verantworten, wenn ich deiner Ermahnung kein Gehör geben wollte.“
„Ich gelobe es vor Gott und Euch,“ fuhr er fort,„daß ich mich beſſern will, ich will arbeiten und Gutes thun, der Umgang mit guten Menſchen wird auch in mir beſſere Gefühle erwecken, ſo wie


