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beſchäftigt war, ſie warf einen Blick auf den Frem⸗ den, welcher um Almoſen bat, kaum aber hatte ſie ihn genauer betrachtet, ſo erſchrak ſie heftig, ihr Ge⸗ ſicht wurde bleich.
„Lorenz,“ ſagte ſie,„biſt du es wirklich?“
Der Genannte ſenkte den Blick zur Erde.
„Ja, ich bin es!“ ſagte er.
„Biſt du frei geworden? nicht möglich deine Zeit iſt noch nicht um.“
„Der Reſt iſt mir geſchenkt worden,“ verſetzte er.„Doch du wohnſt hier,“ fügte er fragend hinzu, „wie ſchön das Alles hier iſt?“
„Johannes iſt vor acht Jahren zurückgekommen,“ ſagte Blondine;„er brachte ein großes Vermögen mit, und wir haben dafür dieſes Gut gekauft.“
„Johannes iſt wieder da?“ rief er,„o, dann muß ich eilen; er würde es mir noch gedenken, wenn er mich ſehen ſollte! Schweſter,“ fuhr Lorenz fort, „gieb mir einen Zehrpfennig, dann will ich weiter gehen.“
„Nein, du ſollſt bleiben,“ verſetzte Blondine. „Ich gebe dir mein Wort, Johannes wird dich mit keiner Sylbe an die Vergangenheit erinnern. Du warſt das Werkzeug zu ſeinem Glücke. Komm herein,“ fuhr ſie fort,„ich will dir etwas zu eſſen geben, unterdeſſen wird Johannes heimkommen.“
Beide traten in das Haus.
Lorenz ſtaunte über die brillante Einrichtung des Zimmers, wohin ihn Blondine führte, er ſagte jedoch nichts und verzehrte mit Heißhunger eine Schüſſel mit Braten, welchen ihm die gute Schweſter vorgeſetzt hatte.
Da trat Johannes herein.
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