Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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heiter, ſo friedlich zu und es machte Vergnügen, die⸗ ſes Feſt mit anzuſehen. Oben an ſaß das Braut⸗ paar und mancher Toaſt wurde auf ihr Wohl ge⸗ bracht.

Unter den Hochzeitsgäſten befand ſich auch Herr Urban, der Richter aus Freudenthal und an ſeiner

Seite ſaß ſeine gute Ehehälfte, ſie waren eingeladen

worden und Johannes freute ſich ungemein, über ihr Erſcheinen. Nächſt dieſen finden wir auch den Beyerhöfner nebſt Frau auf dem Feſte, dieſelben wa⸗ ren zugleich mit Urban gekommen und freuten ſich mit aufrichtigem Herzen an dem Glücke, das jetzt der guten Blondine nach ſo ſchweren Prüfungen lächelte.

Die Hochzeit dauerte zwei volle Tage und nach dieſer Zeit kehrte jedes nach ſeiner Heimath zurück.

Blondine nahm mit gerührtem Herzen von den Urban'ſchen Eheleuten Abſchied und verſprach itne ſie nächſtes Jahr ein Mal in Freudenthal zu beſuchen

In gleicher Weiſe war die Trennung von dem. Beyerhöfner.

Jetzt begann eine glückliche Zukunft bei dieſen beiden jungen Menſchen und gegen 8 Jahr hatten ſie froh gelebt. Blondine hatte ihren Gatten noch mit zwet muntern Buben und einer Tochter be⸗ ſchenkt, und wenn dann ver Vater die Blicke auf die Seinen richtete, dann geſchah es mit einem ſtillen Dankgebet zum Himniel, von woher all dieſer Se⸗ gen durch Gottes Huld gekommen war

Eines Tags gegen Abend langte ein junger Menſch in dürftiger Kleidung vor dem ſchönen Her⸗ renhauſe an, die alte Großmutter befand ſich mit den Kindern auf einem freien Platze, während Blon⸗ dine unter einer Bedachung mit weiblichen Arbeiten