378 ich durch ſchlechte Beiſpiele ſchlecht geworden bin, ſo werde ich mich bemühen durch gute, vernünftiger zu werden. Johannes, guter Johannes,“ fügte er hinzu,„kannſt du vielleicht mir verzeihen, was ich dir früher zugefügt.“
„Ja, ich verzeihe dir vom Grunde des Her⸗
zens,“ verſetzte der brave Mann,„und verlange weiter michts von dir, als daß du das hältſt, wäs du mir ſoeben angelobet haſt.“
Blondine ſank dem Gatten an die Bruſt. „Lieber Johannes,“ ſagte ſie mit Thränen in den Augen.„Dieſe Handlung, deine Herzensgüte macht dich mir unausſprechlich theuer. O könnte ich dir genugſam dafür danken.“
Dann ergriff ſie die Hand des freigewordenen Sträflings uud ſagte:
„Bruder, wenn du es veriöchteſt, dieſen edlen Freund zu taͤuſchen, dann begingeſt du einen Verrath
gegen ihn, der dein ganzes Leben brandmarten würde. Nein, nein,“ fuhr ſie fort,„daß kannſt du nicht, daß iſt dir unmöglich, eine ſolche Sünde wirſt du nicht begehen.“
„Niemals, niemals!“ rief Lorenz betheuernd aus,„und wenn es geſchieht, ſo möge der allmäch⸗ tige Gott meiner vergeſſen in der Sterbeſtunde.“
Lorenz hielt Wort. Er wurde ein anderer Menſch, der Einfluß des Guten zeigte ſich bei ihm mehr und mehr, und Blondine ſchickte im Stillen manches heiße Gebet zu Gott, daß ſeine Beſſerung eine dauernde ſein möge.
Johannes behielt Lorenz bei ſich, er ließ ihn die Oekonomie lernen, und der junge Mann zeigte viel Luſt und Geſchick dazu; er wurde ein tüchtiger Wirth⸗
ſchaftsverwalter, und wer ihn nach etwa 6 Jahren


