Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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meine Gattin, dann kaufen wir uns ein Grund

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lag und um Gotteswillen bat, man möge ſich ihrer wegen des armen Wurmes annehmen und ihr ein Obdach gewähren.

Hier war ſie Zeuge der Verbrechen während jener eben geſchilderten ſchauervollen Nacht geweſen. Hier hatte ſie ihren Bruder Lorenz unter Jean Begs Bande erkannt und hier war ſie verhaftet und als eine Verbrecherin nach dem Gefängniſſe abgeführt worden.

Alle dieſe ſchrecklichen Ereigniſſe zogen in die⸗ ſem Augenblick an ihrer Seele vorüber und mit be⸗ benden Lippen ſchilderte ſie dem theuern Freunde, was ſie ſo heftig bewegte.

Das waren harte Prüfungen, fügte ſie hinzu,

und Gott ſei gelobet, der mir Kraft verlieh, ſie zu

tragen, oft bin ich unter ihrer Laſt zuſammengeſun⸗ ken, allein das Gebet gab mir immer Kraft und Muth zur Ausdauer in meinen verhängnißvollen Verhältniſſen.

Man war glücklich in dem kleinen Deorfe ange⸗ langt, wo Johannes Mutter noch immer wohnte. Die alte Frau konnte beim Anblick ihres Sohnes kaum zu Worten kommen, ſie lag ſchluchzend an ſei⸗ nem Halſe und hielt ihn feſt umſchlungen.

Nachdem die erſte Freude vorüber war, ſtellte Johannes der Mutter ſeine Braut und ſein Kind vor.Zürne mir nicht, Mutter, ſagte er,wegen des begangenen Fehlers, ich will denſelben jetzt gut machen und die gute Blondine zur Gattin wählen. Ich habe ihr unendlich viel Weh und Schmerz be⸗ deitet und an mir iſt es, jetzt die Thränen der Dul⸗ derin zu trocknen, ſie wird binnen einem Monat