Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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XXXVIII.

Die Ankunft des Johannes in Freudenthal er⸗ regte ein ungemeines Aufſehen. Alles ſteckte die Naſe über das Gatter, um den reichen Geliebten Blondinens zu ſehen, die jetzt im Stillen über alle ihre Feinde triumphirte. 3

Es herrſchten verſchiedene Meinungen im Dorfe. Während die Einen den Johannes noch reicher erſcheinen kließen, als er wirklich war, ſuchten die Andern ſeine Wohlhabenheit in Zweifel zu ſtellen. Kurz und gut, es war ſeit Jahren nicht mehr ſo viel geklatſcht und abgehandelt worden, als an dem einzigen Sonntage, an welchem Johannes im Dorfe angelangt war.

Laß die Leute reden, was ſie wollen, ſagte der letztere.Das, was wir beſitzen, haben wir

mit Recht, alſo hat ſich Niemand etwas darum zu

bekümmern. Das Beſte wird es ſein, wir verlaſſen

Freudenthal recht bald und wählen einen andern

ert zu unſerm Aufenthalt. Binnen einem Monat eiern wir unſere Hochzeit und dieſen Zeitraum wollen wir zur Einrichtung unſerer Zukunft benützen.

Vor allen Dingen, will ich nun meine alte Mutter beſuchen, welche, wie ich hoffe, noch am Le⸗

ben ſein wird, es war mir bisher nicht möglich, etwas

von ihr zu erfahren, aber nun läßt mir die Unge⸗ duld, ſie zu ſehen, keine Ruhe mehr. Ich muß eilen,

um ihr auf die alten Tage noch Gutes thun zu

können, da ich es nicht früher im Stande gewe⸗ ſen bin. Blondines Auge lächelte verklärt. Du biſt doch recht gut, lieber Johannes, ſagte ſie,und deine Vorſätze geben von deinem edlen Herzen einen vollkommenen Beweis. Ich

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