369 und danfbar gegen Gott erkennen, daß er mir heute eine große Gnade widerfahren ließ; der Weg, wel⸗ chen er mir zeigte, war rauh und beſchwerlich, aber er brachte mich zu Ehren. Es konnte möglich ſein, wenn ich hier blieb daß auch aus mir eine ſchlimme Pflanze geworden wäre. Gelegenheit hätte ich dazu gefunden, denn es trieb ſich allenthalben ſchlechtes und verdächtiges Geſindel herum, und da ich von Anfang an auch ein armer Teufel war, ſo konnte es geſchehen, daß ich unter Jean Begs Kommando ge⸗ laufen wäre.— Gott ſei Dank dafür, daß ich ab⸗ weſend war, während der ſchwarze Jäger ſein un⸗ heimliches Drama ſpielte.“
„Da haben Sie ganz Recht,“ ſagte der Richter Urban.„Böſe Beiſpiele üben gar viel Unheil aus, das ſehen wir an dem jungen Lorenz, dieſer einge⸗ fleiſchte Teufel hats auch durch Verführung ſo weit gebracht; jetzt ſitt er im Gefängniſſe, wo er die ſchönſte Zeit ſeines Lebens zubringen muß. Sie glau⸗ ben gar nicht, wie unruhig es immer hier in Freu⸗ denthal geweſen iſt,“ fuhr Urban fort;„alle Ta kam Gensd'armerie ins Dorf, um zu forſchen, ob's böſe Vögel gäbe. Kam die Nacht, ſo mußte man ſich fürchten, daß einem das Gehöfte über dem Kopfe angezündet werde; ja, es ſoll auch ein Mal von der Rotte des Jean Beg beſchloſſen geweſen ſein, ganz Freudenthal in einen Aſchenhaufen zu verwandeln, wenns der Schneider Wolf nicht noch verhütet hätte. So gings tagtäglich, lieber Johannes. Man war ſeines Lebens niemals froh, und wenn ſie heute den verwünſchten Beg einfingen, ſo war er morgen wie⸗ der über alle Berge. Mit einem Worte, es war eine
Zeit der Angſt und Furcht und Gott ſei Dank dafür, daß jene Friedensſtörer nun endlich zur Ruhe ge⸗ kommen ſind. 1½
Der ſchwarze Jäger Lieferung 12 24


