Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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batte ſeinen Abſchied erhalten und war nach Deutſch⸗ land geeilt, die Sehnſucht nach der armen Blondine hatte ihm weder Tag noch Nacht Ruhe gelaſſen.

Jetzt, da er ſie gefunden, jetzt hatte er keinen Wunſch mehr übrig; jetzt wollte er die arme Dulde⸗ rin glücklich machen, und ſie war es werth.

In der Wohnung angelangt, ſtaunte Blondine bei dem Anblick eines glänzenden Reiſewagens, wel⸗ cher dem Johannes gehörte.

Es kommt mir Alles wie ein Traum vor, ſagte ſie,faſt muß ich an der Wirklichkeit alles deſſen zweifein, was ſich in ſo kurzer Zeit ereignet hat. Zweifle nicht, liebe, gute Blondine, ſagte Johannes.Ich habe dir die reine Wahrheit geſagt⸗ Wir ſind. jetzt glückliche Leute und beſitzen ein Ver⸗ mögen von 5000 Pfund Sterlingen*), damit läßt ſich in Deutſchland ſo gut etwas anfangen, wie ſonſt wo; du biſt fleißig und ſparſam; haſt die Wirthſchaft kennen gelernt, und ich werde daher für mein Geld

ein bübſches Gut kaufen, und dann wollen wir recht glücklich leben.

ſ Blondine ſtand wie angewurzelt vor Ueberra⸗ ſchung.

Ach mein Gott, ſagte ſie,ſo viel Geld haſt du, wirſt du denn bei deinem Vermögen die arme Blondine noch lieben können? Blondine, ſprich mir nicht in einem ſolchen Tone, ſagte Jobannes, wobei er die Sprechende

umarmte.Glaubſt du, Geld, Vermögen konnte mich

von dir trennen, dann mußt du kein gutes Zutrauen gegen meine Treue hegen. Bin ich nicht ſo unaus⸗ ſprechlich glücklich, daß ich dich wieder habe, daß unſer Kind noch lebt. O Blondine! ich muß es laut

*) Gegen 30,000 Thaler.

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