Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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Unſer Friedrich, verſetzte Blondine.

Ja wol, fügte Urban hinzu,der kteine Mann iſt Ihnen, Herr Johannes, wie aus den Auzen ge⸗ ſchnitten, Doch kommt, wir wollen nach Hauſe zurückkehren und unſerm lieben Gaſte etwas vorſetzen.

Auf dem Rückwege gab es nun gar viel zu er⸗ zählen. Ach, was hatte Blondine nicht alles mitzu⸗ theilen. Das Schickſal ihres alten Pflegevaters, ihrer

eigenen Mutter u. ſ. w. Und was iſt aus Lorenz geworden, der mich

den Werbern ſo ſchnöde verrieth? frug Johannes, als Blondine zu Ende war.

Er ſitzt ſeit mehreren Jahren, wegen Brand⸗ ſtiftung und andern mit Jean Beg begangenen Ver⸗ brechen, im Gefängniſſe, um eine 15jährige Kerkerhaft abzubüßen.

Alſo ſo weit hat er es gebracht, ſagte Johan⸗ nes;es iſt wahr, das Böſe beſtraft ſich ſelbſt und ſein Schickſal rächt ſich an ihm ſelbſt, wir haben nichts mehr von ihm zu fürchten.

Wenn er aber einſt zurückkommt, dann 3O befürchte nichts, die Zukunft wird darüber entſcheiden, und wir wollen uns die glückliche Gegen⸗ wart nicht durch dergleichen Gedanken verbittern. Hierauf erzählte Johannes, was ihm ſeit ſeiner Entfernung aus Europa begegnet war:

Er hatte ſich in den amerikaniſchen Kriegen tapfer ausgezeichnet, hatte Gelegenheit gefunden, in einem Geſecht ſeinen Major zu retten, und dadürch war ſein Glück begründet worden.

Der Mazor, ein ſehr reicher Engländer, hatte ihn für die Rettung ſeines Lebens glänzend belohnt, und ihn mit Reichthum und einem ausgezeichneten Atteſt, in Betreff ſeiner Dienſtzeit, verſehen. Er

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