irgend einen Beweis ausfindig zu machen, welcher unſern Argwohn rechtfertigt.“
„Das können Sie, meine Herren,“ verſetzte die Witwe in gleichgültigem Tone und in der Vermuthung, daß Lorenz unterdeſſen Gelegenheit zur Flucht genom⸗ men haben werde, öffnete ſie bereitwillig die Thüren und überließ es den Gensd'armes, das Haus nach Gefallen zu durchſuchen.
Ohne etwas gefunden zu haben, kehrten dieſe nach einiger Zeit ins Wohnzimmer Leonorens zurück, die ſie mit einem ſchadenfrohen Lächeln empfing.
„Sie ſehen, meine Herren, daß ich Ihnen die Wahrheit geſagt habe,“ begann die Witwe,„und Sie werden mich nicht länger mit Ihrem Mißtrauen be⸗ leidigen.“
„Wie es ſcheint, haben wir Euch ſehr beleidigt,“ ſagte einer von den Beamten;„doch das ſoll uns wenig kümmern.„Es kann ſchon noch geſchehen, daß wir Euch auf dem faulen Pferde finden, denn, unter uns geſagt, ſo unſchuldig, wie Ihr ſein wollt, ſeid Ihr nicht, und was den landſtreicheriſchen Buben betrifft, ſo wollen wir ihm ſchon noch auf die Fährte kommen, wenn es ihm auch glücken ſollte, noch einige Zeit umherzuſchwärmen.“


