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Dieſe tröſtlichen Bemerkungen ſchienen die Be⸗ ſorgniſſe der liebenden Mutter zu zerſtreuen, ſie zeigte ſich weniger bekümmert und fing an, über die Ange⸗ iegenheit ihrer kleinen Wirthſchaft zu ſprechen; eine unterhaltung, die dem ehrlichen Paſtor manches hei⸗ tere Lächeln entlockte.
Da wurde mit einem Male die Aufmerkſamkeit des letzteren durch die Erſcheinung eines Fremden erregt, der eben auf die Pfarrwohnung zuſchritt, und ohne zu zögern, durch die angelehnte Thür in das Haus hineintrat. Das Aeußere des Fremden befand ſich nicht in dem beſten Zuſtande, ſeine Kleidung war ſehr zerriſſen und ſchmutzig, ſeine Füße bedeckten weder Strümpfe noch Schuhe, trotz der vorgerückten Jah⸗ reszeit. Ueber ſeiner Schulter hing ein abgetragener
Rock, und unter demſelben konnte man die zerriſſenen irnel pennlich ſehen, welche er nachläſig um die ſchmutzigen Handgelenke ſchleuderte. Der Pfarrer
hatte die verdächtige Geſtalt keine Minute aus den Augen gelaſſen; er folgte derſelben hierauf ſchnell nach dem Hauſe, und ſchlich ſich durch eine Hinter⸗ thür in den Flur, wo er den Kommenden ſillſtehend raf
der Fremde ein noch junger Menſch von kaum 16
Vei Annäherung bemerkte der Geiſtliche, daß


