ein preftet, kein Chorknabe mit Weihrauchẽgeſi⸗ ßen geleiteten die Bannbeladenen.— Drei Mal zog man im Kreiſe um den Markt, dann ordnete ſich der Kreis, und unaufgefordert ſcheitten die dem Tode Geweiheten nach den Bloͤcken.
Jeder Nachrichter wich ehrerbietig drei Schritt bei Seite. Der Helden Richtung war ſtolz, zwar etwas bleich ihre Wangen, doch hell ſtrahlten die Augen voller Feuer. Zum letzten langen Abſchieds⸗ kuß ſanken die treuen Freunde und Waffenbrüder einander in die Arme, dann trennten ſie ſich auf im⸗ mer fuͤr dieſe Welt mit dem Ausruf:„Dort ſe⸗ hen wir uns wieder!“ und auf ihre Knie nieder ſan⸗ ken ſie nun, mit ihrem Gott ſich zu berathen. Nach dem Gebet ſtanden ſie dicht vor den Blöcken, ſich ſelbſt das lange Haar aufbindend; keines Nachrich⸗ ters Hand durfte ſie beruͤhren bis zum letzten Au⸗ genblick.—
So hoch als nur immer möglich ſich erhebend, mit vorgeſtreckten Armen, ſtarr wie ein Marmorbild mit gluͤhenden Augen, welche aus ihren Hoͤhlen zu ſpringen drohten, bald auf den Richtplatz, bald nach dem Balcon ſtarrend, von dem herab das ſehnſuchtig erwartete Wort:„Gnade!“ jetzt wie eine
ſtimme herabtoͤnen ſollte— ſtand der alte Gieshſim. Kein menſchlicher Laut war vernehmbar, es her chte unter dem ganzen Volk.—
Da hoͤrte man die Beile fallen, ſah das edle Blut der Helden ſtroͤmen— ein leiſes allgemeines:
—
Ach!— und Giesheim ſank, vom plötzlichen Schlag⸗
fluſſe getroffen, auch todt zur Erde— um wb


