Druckschrift 
Siegmund, Wildgraf von Roßburg, letzter Großmeister der Todtenritter : eine abenteuerliche Erzählung aus den Zeiten Kaiser Heinrichs des Vierten / von Sebaldo, Verfasser von Leipzigs Vorzeit, des Lebens Licht und Schatte, Wahrheit und Phantasie. u. a. m.
Entstehung
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etwas aufwenn Heinrich iſt noch ein junges Blut er wird, o gewiß er muß Mitleiden haben ſie morgen an der Gerichtsſtätte vor allem Volk begnadigen! Nun wir wollen das Beſte noch hoffen lenke der barmherzige Gott ſeine Gedanken! Amen. So ſprach der alte Ritter, ſich das Antlitz trocknend, und die wunde Bruſt ath⸗ mete etwas freier, noch legte Hoffnung lindernden Balſam auf.

Auf wunderbare Art ward er, der mit unter den Erſchlagenen auf dem Hofe jenes Kloſters lag, gerettet. Die feindlichen Knechte beraubten in Eile die Todten ihrer Ruͤſtungen, nahmen ſich hierauf nicht die Muͤhe, ſie zu beerdigen, ſondern warfen alle in den Kreuzgang der Kirche. Schneller Abmarſch entfernte bald die Krieger. Giesheim war nicht todt; der Schlag einer Streitkolbe auf ſeinen ſtarken, feſten Helm hatte ihn auf lange Zeit betaͤubt. Er er⸗ wachte, erholte ſich wieder und kroch im einfachen Waffenrock aus dem Gewolbe. Zum Gluͤch war ihm ein ziemlicher Beutel mit Hellern, den er ver⸗ borgen bei ſich trug, auch nicht geraubt worden; von dieſem Gelde kaufte er ſich bald den jetzigen Anzug, dingte einen Fuhrmann, ihn nach Mainz, wohin er gehoͤrt, daß die Gefangenen gebracht worden, zu fahren, und war hier angelangt hatte Schreck⸗ liches erfahren und leider ſollte auch ſeine letzte ſchwankende Hoffnung ihn täuſchen.

Der arme alte Manni jener junge Hein⸗

rich beſaß nicht ein ſo warmes, weiches Herz, das

ihn Mitleid lehrte; ſein Ausſpruch, ſtets uner⸗