liche Standhaftigkeit, mit welcher beide te anhoͤrten. Zwar zuckte es wie tauſend Dolch
durch Beider Herzen bei den Worten:„Henkers
Beil,“ doch keine Spur des entſetzichſten Schmer⸗ zes zeigte ſich auf dem ruhigen Antlitz der Helden.
Unter dem zahlreichen Volke, welches ſich, neu⸗ gierig zuſchauend, an des Gerichtsſaals offene Thuͤ⸗ ren gedrängt hatte, erregte ein alter Landmann, wie er ſeiner Kleidung nach ſchien, plötzlich beſonderes
Aufſehen; denn kaum war das Todesurtheil ausge⸗
ſprochen, da ſchrie er ſchmerzlich laut auf, ftuͤrzte ſchluchzend die Rathhaustreppe hinunter und verlor ſich bald unter der Menge.
Die Verurtheilten ſelbſt hatten ſich ſo kalt und ruhig dabei gezeigt— und jener fremde alte Mann eine Erſchuͤtterung, einen Schmerz verrathen— als ob es ſeinen eignen Söhnen gegolten haͤtte.— Es hatte auch dem Sohne gegolten— dem Gatten ſei⸗ ner Tochter! In einer geringen Herberge zu Mainz
im aͤrmlichen Stuͤbchen ſaß jetzt der alte Ritter Gies⸗
heim, das trauervolle Haupt geſtutzt auf beide Hände, und die hellen Thränen rollten herab uͤber das nar⸗ benvolle bleiche Angeſicht in den ſilberweißen Bart. Er war troſtlos— ihm hatte Alter, uͤbermäßige An⸗ ſtrengung in letzter Zeit, vorzuglich aber dieſe Stunde, die unheilvollſte, ſchrecklichſte ſeines ganzen Lebens, Muth und Kraft geraubt.„Tod durch Henkers Hand—— nein, es iſt doch zu hart——
bruͤtete er vor ſich hin——„Und doch——“
fuhr der lange Nachdenkende fort—„doch— wenn es nur ein blinder Schreck wär!“— Er richtete ſich
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