H
„Die ehrenveſten deutſchen Ritter haben ſie ver⸗ ſchuldet durch ihren Starrſinn!“ ſchalt der Harther⸗ zige; ſein Wink befahl die lange genug Angehörten abzufuͤhren.— ₰
In Mainz ward ihnen ein leibliches Gefang⸗ niß— ohne Ketten; auch hatte man die Freunde nicht getrennt. Im reinlichen Gemach eines feſten Thurms ſaßen ſie, von allem Gerauſch der jetzt ſehr bewegten Stadt abgeſchieden— und gedachten nicht mehr der Welthaͤndel, nicht mehr der nun vollende⸗ ten kriegeriſchen Laufbahn— denn nach dem Schwa⸗ benlande war jetzt der Pelden Sinn gekehrt, zu ih⸗ ren Lieben auf der heimathlichen Roßburg.
„Wie mag ſich meine Mathilde befinden?“ ſeufzte ſehnſüͤchtig der treue Siegmund.„Gott! was wird ſie ſagen bei der Trauernachricht?“—
„Wie meine Hulda?“ der wackere Thurmfels; „ihr wird das Herz brechen!“——
Die Beklagenswerthen! Am dritten Tage wurde ihnen ihr Urtheil im ſchwarz ausgeſchlagenen Ge⸗ richtsſaale vom Großkanzler ſelbſt, in Gegenwart vieler Ritter, mainzer Rathsherrn und Buͤrger, vor⸗ geleſen, es lautete: Tod— auf öffentlichem Markte durch des Henkers Beil;— doch aus beſonderer
Gnade Seiner Hoheit: ein ehrliches Begraͤbniß den
mit des Prieſters Bann Behafteten. Alle Anweſende bewunderten die außerordent⸗
*


