erſchienen und befahlen die Gefangenen fortzuf Unweit des Kloſters hielt der junge Heinrich ſe auf hohem ſtolzen Roſſe, umgeben von ſeinen Kriegs⸗ oberſten, auch mehreren Hofſchranzen. Als man die gefeſſelten Todtenritter vor ihn brachte, maß er ſie lange mit durchdringendem Blick, dann hub er an: „Ihr Widerſpenſtigen! erwartet den Lohn fuͤr Euern Frevel, mir zu trotzen!“
„Wir haben Eurer Hoheit nicht getrotzt,“ er⸗
laubte ſich Thurmfels kuͤhn zu ſagen;„nur um fteie
Ruͤckkehr nach dem Vaterlande haben wir gebeten.“
„Und hinzugefuͤgt, mir wolltet Ihr nicht die⸗ nen?“ fiel Heinrich hitzig ein.„Warum nicht? Ihr ſeid tapfre Leute, wie wir ſelbſt vorhin mit ange⸗
ſchaut.“
„Wenn Ihr dieß erkennt,“ ſprach jetzt Sieg⸗ mund,„ſo werden Ew. Hoheit uns, als Ritter, der ſchimpflichen Ketten entledigen, und uns ein anſtaͤn⸗ dig Gewahrſam geben.“
„Es ſei bewilligt!“ ſagte der Gewaltige;„doch Galgens und Rades könnt Ihr gewartig ſein, bin⸗ nen acht Tagen; denn wir muͤſſen alle gegen uns Widerſpenſtige in Furcht ſetzen— durch ein liches Exempel.“
Siegmund und Thurmfels, Beide zuglei fahrend, riefen entſetzt:„Was? uns deutſe tern ſolche Schande?!——“


