von Reßburg mit ſeinem Beſuche behth etſtütt bi
her, daß, bevor wir zur Tafel gehen, ich meinen werthen Nachbar auf meiner Veſte herumfuͤhre, um ihm meine größten Schätze zu zeigen.“ Nach dieſen
Worten ergriff er Siegmunds Hand und geleitete ihn in das untere Familien⸗Zimmer. 5
„Seht hier meinen hoͤchſten Reichthum!“ ſ Herr Hans von Giesheim, mit ſtolzem Wohlgefallen dem jungen Ritter einen ſtattlichen Juͤngling und eine Jungfrau von bewundrungswürdiger Schoͤnheit vorſtellend.„Lernt meine Tochter Mathilde und mei⸗ nen Sohn Hermann kennen.“
Siegmund verbeugte ſich tief. Solch einen Eindruck hatten noch nie weibliche Reize auf ihn gemacht. Dieſe zarten Formen, dieſes wunderlieb⸗ liche Engelsantlitz dieſes ſeelenvolle blaue Augenpaar, in welchem die Wonne des ganzen Himmels lag— Alles vereinigte ſich, des feurigen Juͤnglings empfůng⸗ liches Herz mit dem allmächtigen Zauber der erſten Liebe zu beſtuͤrmen. Wie ein elektriſcher Schlag durchbebte es ihn und hoͤher gluͤhten ſeine Wangen, da er der Jungfrau ſchöne Hand beruͤhrte, die ſie
ihm ſittig und verſchämt erröthend zur Betilkom⸗ 3


