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ein Freudenfeſt. Jedermann bewillkommte den bild⸗ ſchoͤnen Siegmund mit ſtaunender Bewunderung;
als er herabſprang von dem ſtolzen Roſſe der hohe ſchlanke Juͤngling, ſich die goldenen Locken aus der erhabenen Stirn ſtrich, dann mit koniglichem Anſtande auf die Anweſenden zuſchritt, ihnen freundlich die kraftige Rechte bot, und ſein Feuerauge mit Wohl⸗ gefallen die alten Bekannten anblitzte— da flogen ihm alle Herzen zu, und ſelbſt der rohſte Kriegs⸗ knecht drängte ſich ehrſuchtig in ſeine Nähe.— Ach nur er allein, der zärtlichſte der Väter, Wildgraf Roßburg, konnte den Anblick ſeines edeln Sohnes nicht genießen; ſeit einem Jahre ſchon war er des Lichts ſeiner Augen beraubt, erblindet, ſchwach und hinfällig geworden. Doch ſchlug ſein Herz noch hoch auf in ſtolzer Freude, wenn die tapferſten Ritter des Gaues ſeinen Sohn ein leibhaftiges Conterfei des heiligen Georgs ſelbſt nannten, und ihn zum Lan⸗ zenbrechen herausforderten.
Als Ritter Siegmund ſein zwanzigſtes Jahr angetreten hatte, uͤbergab ihm der Vater alle ſeine Beſitzungen. Laut jubelnd huldigten die Vaſallen und Saſſen dem neuen Lehnsheren, von deſſen Feuergeiſte


