aͤlteſten derſelben erhielt das Knäblein den Namen Siegmund. Nach Sitte damaliger Zeit folgte dem Kirchgange ein ſchwelgeriſches Mahl, wobei ſo weid⸗ lich gezecht wurde, daß nicht allein die Herren Ge⸗ vattern, ſondern auch die uͤbrigen zahlreichen Gäſte maͤnnlichen Geſchlechts, welche dazu eingeladen waren formlich ihrer Sinne beraubt, unter der reich beſetz⸗ ten Tafel lagen. Die Damen hatten ſich fruͤher ſchon ſittſam in das Frauen⸗Gemach zuruckgezo⸗ Tage der Ruhe traten wiedet ein. Vaterfreu⸗ den genoß nun der edle Wildgraf in reicher Fuͤlle; denn ſein Siegmund erſtarkte und wuchs immer mehr herauf zum ſtattlichſten Buben. Fruhzeitig ward er der Obhut der Frauen entriſſen und einem maͤnnli⸗ chen Erzieher uͤbergeben. Wen konnte der Ritter wohl dazu beſſer waͤhlen, als ſeinen alten, an viel⸗ fältiger Erfahrung reichen Hausfreund?— denn dieß
war ihm ſein Gaſt, dem er die Wiederherſtellung ſei⸗ ner Gemahlin, ja faſt ſein ganzes jetziges Gluͤck zu danken hatte, geworden. Bruder Martin, wie man
ihn gewoͤhnlich nannte, uͤbernahm freudig dieſen Auf⸗ trag. Des heitern Knaben kindiſche Spiele verſcheuch
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