ſtand war fuͤrchterlich; faſt bewußtlos lag ich da,
den Elenden nachſtarrend. Endlich ſprang ich auf
entblößte verzweiflungsvoll mein Schwert und wollte mich hineinſtuͤtzen. Da entriß es mir mein Leut⸗ hold, ermahnte mich mit ſanften Worten zur Stand⸗ haftigkeit, und gab Rathſchläge zu unſter Lebensſi⸗ cherung. Meiner Guter verluſtig, welche dem
Kloſter als Entſchädigung zugeſprochen wurden, vo⸗
gelfrei und verhaßt im Vaterlande, blieb mir nichts uͤbrig, als Flucht in fremdes Land. Leuthold verließ
mich nicht. Wir ſchloſſen uns an einen Zug Kreuz⸗
bruͤder, folgten ihnen nach Paläſtina, als gemeine Lanzenknechte unter fremden Namen dienend. Mein
frommer Leibknecht, der mir in Fahr und Noth ſiets zur Seite blieb, fand bald ſeinen Tod unter den Saͤ⸗
beln der Sarazenen. Ich gerieth in Gefangenſchaft, trug als Sclave des Chriſtenfeindes ſchmachvolle Feſ⸗
ſein an dreißig Jahre lang. Endlich gelang es mir
zu entfliehen, ein Schiff, nach Welſchland ſegelnd,
nahm mich auf, und durch Schilderung meiner vie⸗
len Leiden erwarb ich mir jetzt die Losſprechung vom Banne, um noch einmal vor meinem Ende den va⸗ terlaͤndiſchen Voden frei betreten zu knnen dann——


