Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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322 von der Erzählung Lindenſtierns; mancher ihn tief be⸗ ſchämende Anklang an ſeine eigene Kleinmüthigkeit, die das Leben kaum mehr zn ertragen vermochte, drang in ſein Innerſtes. Er reichte ſeine Hand dem Gebeſſerten und verzieh ihm die Verfolgung ſeiner Leonore, die er wecken wollte, auf daß auch mit ihr der Reuige ſich verſöhne. Lindenſtiern wollte jedoch Leonoren nicht mehr ſehen:es ſey meine Strafe ihr nahe zu ſtehen, ohne ihrer anſichtig zu werden; meine Gegenwart wird ihr minder erfreulich ſeyn, als die Nachricht, daß ich ge⸗ beſſert ihr nahe geſtanden, laßt mich darum ſcheiden ohne Rückfall in meine alte Schwäche. So geſchah es, Lindenſtiern übergab dem tief gerührten alten Guſtav, die Schlüſſel der Vettieburg, er ließ ſeinen Mundvor⸗ rath, und eines ſeiner mit Geld und Kleiderſtoffen be⸗ ladenen Thiere dem jungen Olſon als Gaſtgeſchenk zu⸗ rück, und trat nach kurzem Verweilen nicht ohne Thrä⸗ nen im Auge den Rückweg zu jener an, die ſeinem Her⸗ zen die Regung ſanften Mitleids und ſeinen Augen die Thränen des Bewußtſeyns erfüllter Pflicht verliehen hatte.

Als Leonore erwachte empfingen ſie nur freudige Geſichter, die Trauer Aller war verſchwunden, und auch die ihrige verſchwand, als ſie die Urſache dieſer plötzli⸗ chen Umwandlung erfuhr. Bey der Auswonderung,