318 finden laſſen! laß uns zurückkehren zu den Unſrigen, und leben, lieben und dulden.“ Adolph, der ihres Her⸗ zens Weg, und den Weg, der Allmacht ſie beyde zu ret⸗ ten, errieth, erzählte ihr ſein Traumgeſicht, und ſchloß ſeine Erzählung damit, daß er nach dem ſteinernen Brautpaare im Waſſerfalle hinwies, und ausrief:„Laß uns ſtehen im Sturze alles Irdiſchen, feſt wie dieſe Brautleute von Stein im ſchäumenden Waſſerfalle ſte⸗ hen! Er ſchloß Leonoren in ſeine Arme und unter An⸗ gelobung ewigen Stillſchweigens über die Begebenheit dieſer Nacht, kehrten die Beyden mit ihrem Kinde ſtill nach Olſons Hauſe zurück, wo ſie in ſtummer Betrach⸗ tung ihres ſeltſamen Geſchickes den Morgen erwarteten, an dem ſie mit ihren Leidensgefährten aus dem Afdal⸗ thale einer ungewiſſen Zukunft entgegen wandern ſollten.
Als die kaum geſunkene Sonne wieder zu ſteigen begann, waren Alle in Olſons Hauſe zum Aufbruche bereit, nur Leonore ſchlummerte noch in ihrer Kammer; man wollte ihr Erwachen abwarten, und ihr den letz⸗ ten Schlaf unter dem eigenen Dache gönnen. Da kam ein fremder Reiter herangezogen mit zwey bela⸗ denen Saumroſſen, die ſein Diener führte. Er hielt vor Olſons Hofe und ging in die Hausflur, wo die Reiſefertigen auf ihren Bündeln zum letzten Mahle im traulichen Zirkel ſaſſen. Der Fremde, welcher mit ver—


