— 56—
ſtiern ließ meine Güter unerbittlich einziehen, er ver⸗ bannte mich ſelbſt aus der einſamen Burg im Vettie⸗ thale, um ſich an Leonoren dafür zu rächen, daß ſie ſeine Liebe nicht erwiedern konnte. Deine Reiſen hat⸗ ten alle meine Erſparniſſe aufgezehrt,— von der Gnade des jungen Olſon, des gutherzigen Mannes deiner Schweſter, lebe ich ſeitdem in Bauernkleidern auf die⸗ ſem Alpenhofe; möge auch dir es hier gefallen und deiner Gattinn; Olſon braucht Gehülfen, ihr werdet ihm willkommen ſeyn.“ Die Vorwürfe, welche dieſe Rede ſeines Vaters enthielt, ſo ſchonend ſie auch einge⸗ kleidet waren, drangen tief in Adolphs Herz, er ſank, dem verlornen Sohne gleich, weinend zu Guſtavs Fü⸗ ßen, doch dieſer hob ihn an ſeine Bruſt empor, indem er ausrief:„du bereueſt nicht, was du thatſt, du bewei⸗ neſt den Ausgang; dich trieb dein Herz, und Liebe war dein einziges Verſchulden; ich habe einen Verſuch mei⸗ ner eingebildeten Weisheit zu bereuen, denn es iſt doch ungewiß, ob dein Herz den klaren Willen Crichs nicht williger befolgt hätte, als ein räthſelhaftes Verboth deines Vaters.“
Das Wiederſehen Auguſtens der geliebten Schwe⸗ ſter, der Geſpielinn ſeiner Jugendtage und Olſons ih⸗ res Gatten löste Adolphs dumpfes Sinnen über dem Vergangenen zu freudigem Ergreifen der Gegenwart
*


