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Wie der Wanderer auf dem vielfach gekrümmten Alpenwege, ehe er deſſen höchſte Höhe erſtiegen hat, nur einzelne zwiſchen Felſen eingeklemmte Bruchſtücke ſeiner Bahn überſehen kann, und erſt von der wolkennahen Vergkuppe ſeiner Reiſe ganze Richtung überſieht, ſo hatte Adolph bisher nur einzelne Tage ſeines Lebens verſtanden, das Räthſel ſeines Geſchickes ward ihm erſt jetzt klar, nachdem er ſeines Ahnherrn Teſtament gele⸗ ſen. Er ſuchte ſeinen Vater auf; unfähig die Uebertre⸗ tung des väterlichen Gebothes zu rechtfertigen, aber auch nicht vermögend ſie zu bereuen, da er das Glück ſeiner Liebe den Beſitz Leonorens niemahls gegen die Neichthümer Blandinens vertauſchet hätte, ſtand er ſprachlos, geſenkten Hauptes vor dem ergrauten Gu⸗ ſtav, deſſen Verarmung ſein Werk war.
Guſtav ſeines eigenen Geſchickes wenig achtend war erfreut, ſeinen Sohn nach der erhaltenen Aufklärung über die Geheimniſſe ſeiner erſten Lebenshälfte gefaßter zu finden, als er vermuthet hatte:»Deine Faſſung mein Sohn“ ſprach er,„rechtfertigt die Hoffnung, die ich von dir hegte, als ich dich im Vettiethal erzog, um dir durch die Entbehrung vieler Lebensgenüſſe den Verluſt des Reichthums erträglich zu machen; fällt dieſer dir niemahls ſchwer, ſo haben wir nicht Urſache zur Trauer. Ich konnte dir meines Vaters letzten Willen nicht da⸗


