Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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zogen und den Kindern und Enkeln Blandinens an⸗

heimfalle. Darum übergebe ich der Familie Lindenſtiern

eine eigenhändige Urkunde über dieſe Beſtimmung mei⸗ nes letzten Willens, ſie ſoll das Recht haben, die Be⸗ folgung desſelben zu überwachen. Nicht grauſam iſt dieſer mein Wille, er iſt auf die Ueberzeugung gegrün⸗ det, daß wahre Liebe durch das Hinausrücken des Ziels ihrer Wünſche Zeit gewinnt, ſich zu bewähren, die Scheinliebe aber, in ihr Richts zu zerrinnen. Darum werden Guſtav und ſein Sohn beſſer wählen für ihr Hers und glücklicher enden als Erich. Ich kenne die Söhne des Nordens und fühle die nicht alternde Kraft ihrer Leidenſchaft in meiner Bruſt, die Qualen derſelben will ich meinem Sohne und Enkel erſparen. O ihr glück⸗ lichen Südländer, die heftigſten Stürme in eurer Bruſt enden wie jene an eurem Himmel mit furchtbarem Ge⸗ witter, aber ſie enden: ein Schlag tödtet euch oder eure Leidenſchaft, und dieſe reicht euch den Dolch oder läßt euer Herz im Uebermaße des Schmerzes berſten. Aber die Hütten des Normanns treffen kalte Waſſerſchläge aus ſchneeigem Gewölke, und ſeine ſtär⸗ kere Bruſt ſeufzt ſich krampfhaft zu Tode bey vollem Bewußtſeyn. Wie die Elephanten einer untergegange⸗ nen Vorwelt in der Sonne des Südens vorlängſt ver⸗ weſten, aber am unwirthbaren Nordcap unverſehrt nach