— 301 bes und darum habe ich nur einen Willen noch, der mein letzter ſey für dieſe Welt.
Ein übereiltes Abſchließen mit der Welt und mei⸗ nem eigenen Herzen hat mich mein Ziel verfehlen ge⸗ macht; ich habe die Lehre, die mir Blandine gab, die Leh⸗ re, daß auch aus der Blüthe eines trüben Lenzes eine ſchöne Frucht hervorgehen könne, nicht beachtet und mich ſelbſt um meinen Himmel betrogen. Dieſe Lehre gehe für meine Nachkommen nicht verloren. Ein männliches ſtarkes Geſchlecht will ich gründen, nicht entartet durch die Folgen unüberlegt; vor der völligen Reife des Her⸗ zens und des Verſtandes, und darum übel gewählter häuslicher Verhältniſſe. Vor dem dreyßigſten Jahre ſoll mein Sohn und mein Enkel nicht mündig ſeyn, nicht über ſeine Hand verfügen. Ich habe Guſtav meinen Sohn und meinen künftigen Enkel vor Augen, über ſie hinaus will ich meine Vorſorge für das Künſtige nicht erſtrecken, vielleicht kommt ein Geſchlecht, deſſen Säug⸗ linge mündig und weiſer als die Väter zur Welt kom⸗ men, zu welcher Hoffnung die Weisheit unſerer Dorf⸗ ſchulknaben berechtigt; dieſe künftige Generation fluche nicht meiner Aſche. Aber Sohn und Enkel ſind an mein Geboth gebunden, deſſen Uebertretung ich damit be⸗ ſtrafe, daß all mein Vermögen, das auf ſie übergeht, und das ich Blandinen verdanke, dem Uebertreter ent⸗


