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Schleyer von der Engelsſeele der Vollendeten ziehen. Das Licht meines Daſeyns war mit dem Leben der Herrlichen erloſchen, die Sonne meines Herzens war für immer verfinſtert. Wie wir dann, wenn der Mond vor die Sonnenſcheibe tritt, den Stern der Liebe, den wir gewohnt ſind, nur als Abend⸗ oder Morgenſtern zu ſchauen, am Mittage hell über unſern Häuptern blitzen ſehen, ſo ſtand der Stern meiner unvergängli⸗ chen Liebe dieſes Licht meiner Iugend, mahnend an den nahen Untergang meines Daſeyns, an den Abend meines unruhvollen Tages, als der einzige tröſtende Strahl, Vergangenheit und Zukunft in heißer Sehn⸗ ſucht nach dem Jenſeits verbindend, am ſchwarzen Ze⸗ nith meines Mannesalters. Von Schwedens Boden ausgeſchloſſen kaufte ich mich mit Blandinens mir hin⸗ terlaſſenem Reichthume in Norwegen an; im Vettie⸗ thale baute ich mir, abgeſchieden von der Welt voll Trug und Zweifel eine herrliche Pfalz, und ſchmückte ſie mit Blandinens hundertfältigem Bilde von meiner Hand.
Eine düſtere Lebensmattigkeit hat all meine Kraft gebrochen, kein Genuß erfriſcht meinen Leib, dem ſelbſt jede Nahrung widerſteht; nur meine Seele lebt und
zehrt vom eigenen Marke, ſtets neue Bilder von der Geliebten ſchaffend. Ich ſtehe jetzt am Rande des Gra⸗


