— 298— ich, daß in Eda am mahleriſchen Wenerſee die ſchöne Gräfinn Blandine Lindenſtiern den Sommer zubringe.
Ich übertrat verwegen die Gränze Schwedens und ging nach Eda verkleidet, durch Bart und Haarwuchs entſtellt, um die ſchöne Gräſinn einmahl noch in meinem Leben zu ſehen. Ich ſah ſie im Kreiſe der Ihrigen luſtwan⸗ deln, aber ich kannte ihre Züge zu genau, um das Ent⸗ weichen des Frohſinns daraus nicht wahrzunehmen; dieſe Entdeckung trieb mich faſt zur Verzweiflung, und ich floh, ihren Anblick für immer zu meiden.
In Bergen verlebte ich noch mehrere Jahre, mei⸗ nen kargen Erwerb in der Kunſt ſuchend, aber meine Bilder wurden immer düſterer, und ich beſchränkte mich am Ende für meinen Broterwerb bloß auf das Mah⸗ len von Kirchhofbildlein auf die Kreuze der Geſtorbe⸗ nen. Einſt mahlte ich ein derley Bild voll Gedanken an das Jenſeits und die finſtere Kluft, die uns davon ſcheidet, als ich einen Brief aus Stockholm erhielt, ich öffnete ihn zitternd und las:„Blandine Lindenſtiern hat auch Erich von Gyllenborg zum Erben aller ihrer Güter eingeſetzt, zum Erſatze für die Schmach eurer Verbannung aus Schweden, welche ihr ihrem Vater verdanket; mitfolgender Brief an euch fand ſich in ih⸗ rem Nachlaſſe;“ der Geſandte Dänemarks am ſchwedi⸗
ſchen Hofe war unterzeichnet. Ich las erſtarrt den
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