296 die Treppe hinab, bis an den Wagenſchlag, dort ge⸗ wahrte ich eine Thräne an ihrem ſchönen Auge, ich wollte ihre Hand ergreifen, ſie zog die ihrige zurück und ſprach lächelnd: vihr habt fremdes Gut verſchenkt, doch ich beraube jene nicht, die ſich in ſolchem Beſitze glücklich wähnt, lebt glücklich Gyllenborg, und bedürft ihr einer Freundinn, wendet euch an Blandinen Adel⸗ fleth.“— Der Wagen rollte davon unaufhaltſam. Als ich meine Stube betrat, ſaß mein Weib geiſterbleich im Lehnſtuhle und ſagte mir in Verzweiflung nur die Worte:»Die Muſe kenne ich jetzt, die deine Bilder be⸗ ſeelt, ich bleibe deine Magd, nenne mich nicht mehr dein Weib,“ damit ging ſie in ihre Kammer. Blandine war fort, nach Schweden zurück.
Ich lebte, treu meinem Weibe wie vorher, in einer trüben häuslichen Athmoſphäre. Mein Weib war nicht mehr zu überzeugen, daß ich ſie liebe, wenn ich auch das Bild der hundert Meilen entfernten Erſtgeliebten nicht aus meiner Seele verbannen konnte. Die Mutter meines Guſtavs härmte ſich bleich, und ich mußte mich ſchuldig bekennen an ihrem Trübſinne. Ich erfuhr ſpä⸗ ter aus Schweden, daß Blandine nach ihres Vaters Tode, nachdem ſie eine Reiſe nach Norwegen unternom⸗ men, dem Grafen Lindenſtiern ihre Hand gereicht habe, ihres verblichenen Vaters Willen zu erfüllen. Blandine
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