Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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bilder für die Kirchen des Landes, und mit manchem geſchichtlichen Bilde für die Gallerien der Reichen. Ich lebte, wie's dem Künſtler geſtattet iſt, ehrlich und dürf⸗ tig; mein Herz war nicht befriedigt, ich mahlte noch fortwährend unwillkührlich Blandinens Bild, und mein Weib weinte ſich die Augen roth, wenn ſie, unbe⸗ kannt mit der geheimen Urſache meines Schmerzes mich ſtundenlang; wie einen Irrſinnigen vor meinen Bil⸗ dern ſtumm knien ſah.

Eines Tages hielt ein Wagen vor dem Hauſe, das ich bewohnte; eine junge Dame in Trauer, begleitet von einer älteren ſtieg aus, und fragte nach Meiſter Erichs Wohnung ich erkannte Blandinen vom Fen⸗ ſter herab, und ging ihr mit wankenden Knien entge⸗ gen. Sie betrat mein Zimmer, und als ſie mein Weib mit dem kleinen Guſtav auf den Armen erblickte, be⸗ ſiel ſie ein Schwindel, ſie hielt ſich an der Staffeley eines Bildes, den Tod des Seneca im Bade vorſtel⸗ lend, feſt, und ſagte, halb das Bild, halb meine Gat⸗ tinn betrachtend:»Meiſter Erich, ich bin nach Ror⸗ wegen gereiſt, um mich zu zerſtreuen, der Tod meines Vaters hat mich tief ergriffen, das Bild vor mir, iſt nicht geeignet, mich aufzuheitern, darum lebt wohl für jetzt, und erlaubt mir ein andermahl eure Kunſt zu be⸗ wundern; damit ſchied Blandine. Ich wankte ihr nach.