Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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288 Göttiun hervor, der meine Muſe diente. Sie verſtand dieſe Sprache der Kunſt und jene meiner Augen, ſie beantwortete ſie mit Meiſterſchaft:Das Bild, welches ihr ſo lieb gewonnen, ſoll ſich von dem Meiſter nicht trennen, mahlt mir euer eigen Bild, auf daß es die Rückſeite des meinigen ziere, es iſt angenehm an den Meiſter bey ſeinem liebſten Werke zu denken, doch gebt mir dieß Bild insgeheim, wenn ihr meinen Vater mah⸗ let, er könnte mein Begehren leicht übeldeuten. Ich glaubte dieſen Auftrag zu verſtehen, ich mahlte zum er⸗ ſten Mahle mein eigen Bild, und es gelang, denn es war für Blandinen. Sie empfing es mit ſichtbarer Freude; im erſten Feuer meiner Jugend und meines die engen Gränzen des Alltagslebens überſehenden Künſtlergefühls that ich viele kühne Schritte, Blandi⸗ nen meine Liebe zu offenbaren. Sie führten mich zum Ziele, denn bald glaubte ich gewiß zu ſeyn, daß ſie mich wieder liebe.

Blandinens Vater war ein ſtolzer, in hohem An⸗ ſehen ſtehender Mann, Blandine ſeine einzige Erbinn und Tochter, er hatte ihr den Reichsherrn Lindenſtiern zum Gemahl erkoren. Meine Verzweiflung, als ich das letztere erfuhr war ſonder Gränzen; doch gab ich jun⸗ ger Thor nicht alle Hoffnung auf, Blandinen zu beſi⸗

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tzen; ich war aus edlem ſchwediſchen Geſchlechte, und