Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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entſprach. Den Styl vieler alter Meiſter bewundernd, beneidete ich doch keinen um den ſeinigen, denn ich hatte den meinen allzulieb gewonnen. Dem Bilde jener göttlichen Jungfrau, das mich auf meiner Pilgerfahrt begleitete, lieh ich tauſend Geſtalten, und wenn dieſe gleich noch mannigfaltig waren, deuteten ſie doch immer auf ein einiges Licht in mir, das nur in verſchiedener Brechung des Regenbogens ſiebenfache Farben annahm. Unbefriedigt kehrte ich aus dem üppigen Süden zurück, wo ich den mir angebornen Sinn für die lebendige Friſche des unverweichlichten Lebens nicht gegen die matten gezierten Ideale vertauſchte, welche dort ſich Kraft anlügen wollen, indem ſie alle Attribute der Kraft als gemein mit markloſer Uebernatürlichkeit übertün⸗ chen, und ein glänzendes Schwert in der Hand des Helden dem blutigen vorziehen.

Ich kam nach Stockholm zurück, und wurde zu dem Standesherrn Adelfleth gerufen, ſeine Tochter Blandine zu mahlen. Ich trat ein, und fand in Blan⸗ dinen jene Jungfrau wieder, deren Bild ich auf meiner Reiſe durch die Kunſtwelt im Herzen getragen, und das auf meiner Lebensreiſe nicht mehr von mir ſcheiden ſollte. Eine ſchlanke Geſtalt, wie ſie die alten Bildner den Statuen der Hebe liehen, ein Paar brauner Augen aus denen alle Pfeile des erfinderiſchen Liebesgottes auf

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