284 führte ſeinen Sohn in eine kleine Stube, hohlte ein Pergamentbuch aus einem Schranke, gab es Adolph zu aufmerkſamer Leſung, und verließ den Halbträumen⸗ den, der erſt an ſeine Rückkehr zu ſeinem Vater glaub⸗ te, als er das Buch öffnete, und es überſchrieben las: Erich Gyllenborgs Teſtament:
„Gedankenlos ſtarrt der werdende Menſch in bun⸗ ter Wiege die Welt an, erdrückt von Gedanken legt er ſich in den Sarg; ſchnell verweht ſein Daſeyn im Hau⸗ che der Zeit, und nur ſeine Thaten greifen wurzelnd in das Daſeyn künftiger Geſchlechter hinüber, wie die in die Erde dringenden Zweige des afrikaniſchen Wurzel⸗ baumes einen einzelnen Stamm bald zum undurchdring⸗ lichen Walde werden laſſen. Meines Lebens Baum hat kein Sturm entblättert, ein giftiger Wurm hat ſein Mark zerfreſſen, vielleicht die Raupe eines Schmetter⸗ lings für den Lenz meiner Enkel, denn ein ewiges Aufer⸗ ſtehen aus den Gräbern der Vergangenen iſt das Ge⸗ ſetz alles Lebens hiernieden.
Was mich beſtimmt, mit der erkaltenden Hand in die Zukunft ordnend hinüber zu greifen, werde aus den flüchtigen Umriſſen meiner Vergangenheit klar.
Aus einem edlen, verarmten ſchwediſchen Geſchlechte entſproſſen, fühlte ich mich in den Thälern meiner Heimath unwiderſtehlich zur Nachbildung der Natur zum Selbſt⸗
—
*


