Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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— 285— ankam, und vom Pferde ſtieg, ſpielten zwey muntere Kinder, ein Knabe und ein Mädchen, ſelbſt Vater hebt er den Knaben an ſeine Bruſt empor, und herzet und küſſet den Sohn ſeiner Schweſter. Da erſcheint, als er eben den Knaben an ſeine Bruſt gedrückt hält, Guſtav ſein Vater in grauem Bauerngewande vor der Hütte, er mißt den Fremden, erkennt ſeinen Sohn, und wankt in ſeine Arme. Adolph ſtand ſprachlos— Guſtav, der weiche, den Verſtellungen der Weltleute fremde Greis ſchluchzte laut, indem er ſeinen Sohn mit ſchmerzlichem Blicke maß; er brach zuerſt das lange Schweigen: „komm herein mein Sohn,“ ſprach er,„kein Vorwurf ſoll dich betrüben, du brauchſt mir nichts zu geſtehen, und haſt nichts zu bereuen, ſo lange du dich ſelbſt glücklich fühlſt, ich weiß Alles, denn wüßte ich's nicht, würde ich nicht in dieſem Gewande, an dieſer Hütte vor dir ſtehen.“ Die letzten Worte durchbohrten Adolphs Herz als ein bittrer Vorwurf, er ſank ſeinem

Vater zu Füßen, und flehte um Vergebung ſeines Un⸗ gehorſams.»Ich habe dir nichts zu vergeben, ich ge⸗ both dir, was ich dir gebiethen zu müſſen glaubte. Komm herein ins Haus ich muß mich rechtfertigen vor dir über meine Gebothe, und dann wollen wir bera⸗ then, wie wir unſer Schickſal tragen mögen.“ Adolphs Schweſter und Olſon waren in der Feldarbeit, Guſtav