281 daran, ſich in dieſe Einſchränkung ihres Hausweſens zu⸗ vorkommend zu fügen. Endlich nahte der dreyßigſte Ge⸗ burtstag Adolphs und am Vorabende gebar ihm Leo⸗ nore einen Sohn, den Adolph in einer unwillkührli⸗ chen Vorliebe für den Nahmen nach ſeinem Ahnherrn Erich nannte. Das Kind glich der Mutter, bey wel⸗ cher Adolph noch einige Tage zu ſorgſamer Pflege ver⸗ blieb, und dann unter ihren Segenswünſchen die Reiſe in das nicht ferne Vettiethal antrat; er küßte Weib und Kind ehe er zu Pferde ſtieg, doch die Küſſe brann⸗ ten als peinigende Vorwürfe auf ſeinen Lippen, bis er nach einer gefahrvollen mehrtägigen Reiſe von den Aus⸗ läufen der Felſenwände des Vettiethals umfangen wur⸗ de. Er übernachtete in einer offenen Alpenhütte, und überſtieg am frühen Morgen den Pförtner des Vettie⸗ thals; ſein Herz klopfte laut, als er an den Abgrün⸗ den ſchwindelnd Lvorüberritt, in die er als Knabe und Jüngling herzhaft hinabzublicken gewohnt war, denn beklommen und faſt regungslos, nicht mehr der unbe⸗ fangene ſchuldloſe Jüngling, der er war, als er aus⸗ zog, ritt er die Bruſt voll marternder Zweifel in das Thal ſeiner Jugend ein. Mit Schmerz verglich er ſich jenem Todten, den ein Knabe zu Pferde geſetzt und über die Abgründe nach dem Friedhofe reiten ließ, und die Worte des Knaben klangen in ſeinen Ohren wieder:
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