Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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— 279— Auf einem einſamen Landſitze in Juſtedal, nicht ſehr entfernt von Vettiethal verlebte Adolph im Vollgenuſſe ſeines Liebesglückes an Leonorens Seite die erſten Ta⸗ ge ſeiner Ehe. Leonorens Liebe war eine ſüdliche Blu⸗ me im Garten des Nordens, heiß und nicht welkend im Mittagsſtrahle. Adolph verſank nicht ſelten in trübe thatloſe Erwartung der Zukunft, der ihr Scharfblick wo nicht Reue, ſo doch Beklommenheit über die Schnelle ſeines Entſchluſſes, des Vaters Geboth doppelt zu über⸗ treten, anſah. Doch ſie gab ſich tröſtend als die einzige Schuldtragende an;„ich habe mich, als du mir von Venedig aus folgteſt, mit Atalanten verglichen, mit wel⸗ cher jener, der ſie beſitzen ſollte, um die Wette laufen und vor ihr das Ziel gewinnen mußte.— Du biſt mein Hippomenes geworden und haſt mich eingehohlt, doch nicht goldene Aepfel aus den Gärten der eypriſchen Göttinn haſt du mir geworfen, daß ich, ſie aufleſend, mich verſpätete im Laufe: das Geſchick hat mir ein Häuf⸗ lein Erde, den Grabhügel meines Vaters in den Weg gelegt, du hobſt mich darüber hinweg, und über Schmach und Verlaſſenſeyn— Klage dich darum nicht an; klage mich an und meine ungeſtüme Liebe,— wie jene, zuvor ſpröde Atalanta den Sieger Hippomenes bis zur Raſerey liebte und ſich des Kuſſes im Heiligthume der keuſchen Cybele nicht erwehrte, die darum beyde in