Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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4 darunter die Worte eingraben laſſen:„Er trennet und vereint.“ Mit dieſem Ringe ſiegelte ſie den Brief an Aſtolph, der ihre ſchöne Seele, ihre ſich hinopfernde Duldung im treuen Bilde gab.

Aſtolph war inzwiſchen von ſeinem eigenen Herzen auf eine entſcheidende Probe geſtellt worden. Er erſchien vor ſeinem Vater mit dem feurigen Zutrauen eines lie⸗ benden Kindes, aber er fand in Enrique nur den kal⸗ ten, ſtrengen Richter jugendlicher Unbeſonnenheit. Wie der Wanderer, der des Abends durch eine ihm völlig unbekannte wilde Gegend reiſet, hinter jedem Geſträu⸗ che einen lauernden Feind, in der düſtern armen Hütte ruchloſes Geſindel vermuthet, während die Kinder des Thales hinter jenen Geſträuchen ſich friedlich ihrer Liebe freuen, und die Mutter in der Hütte ihren Klei⸗ nen Mährchen erzählt, beym Lampenſcheine die Nacht zu verkürzen: ſo konnte ſich Enrique's hochmüthiger Geiſt in das Labyrinth eines ihm völlig fremden, ge⸗ meinen Treibens gar nicht hineindenken, das Aſtolph mit unüberlegter Voreiligkeit ihm mit einem Mahle auf⸗ that. Ein Paradies war dieſem das Reich ſeiner Liebe, und er dort im Laufe der Zeit einheimiſch geworden; er begriff nicht den aufbrauſenden Abſcheu, den ſein Vater, dem Alles fremd war, was nicht Convenienz heißt, davor äußern konnte; das einzige Licht in dem