46 ihm erwartend, zu dieſem in die Hauptſtadt ab. Er nahm nicht Abſchied von Albinen; um ihretwillen vor der Welt beſchämt, wollte er nicht ſchamroth vor ihr erſcheinen, der ſchuldloſen Schuldigen an ſeiner Beſchä⸗ mung. Albina ſchwankte zwiſchen Furcht und Hoffnung, als ſie ſeine Abreiſe erfuhr; ſie fürchtete, Aſtolph habe ſich im Erwachen ſeines Stolzes ganz von ihr gewen⸗ det; doch dachte ſie ſeiner Liebe, ſo mußte ſie noch mehr für ihres Vaters Sicherheit beben. Aſtolph konnte ja leicht in guter Abſicht, in der. Voreiligkeit der ſehnen⸗ den Liebe, das Geheimniß Polychreſtos verrathen haben, und dann wäre Alles verloren geweſen durch den un⸗ beugſamen Hochmuth Don Enrique's. In peinvoller Er⸗ wartung verlebte Albina die Zeit der Abweſenheit Aſtolphs. Im Kampfe der Sehnſucht ihres Herzens nach Aſtolphs Beſitze mit der Ueberzeugung, daß dieſer nach ſeinen Verhältniſſen ſein Lebensglück bey ihr nicht finden könne, wagte ſie es nach einiger Zeit, ihm einen Brief nach Madrid zu ſenden, worin ſie ihn, auf die Gefahr kalt zu ſcheinen und verkannt zu werden, beſchwor, um ih⸗ retwillen ſeines Hauſes Glück und Würde nicht zu un⸗ tergraben. Das Verblühen ihrer Liebe, den Tod ihres Herzens in Entſagung vor Augen, hatte ſie in den Sa⸗ phier an jenem Ninge, der das Geſchenk des Mitleids Aſtolphs und ſeiner Liebe war, ein Knochenhaupt und
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


