Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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41 er ſeine Krieger den Naub der Sabinerinnen begehen ließ, iſt die Schaubühne, wie der Dichter„der Kunſt zu lieben' ſagt, und der iſt doch ein glaubwürdiger Mei⸗ ſter ſeiner Kunſt geweſen, der Schauplatz aller mögli⸗ chen Liebensabenteuer. Was iſt der gute Ruf einer Schauſpielerinn? wenn nicht ein Beleg, daß ſie ihre Kunſt auch außer dem Schauplatze zu üben verſteht. Eine Schauſpielerinn aber, die man mit Gewalt rein erhalten will, gleicht einer ſeltenen Blume, die man einem Kinde zum Spielwerke reicht, und deren Blät⸗ ter, damit ſie nicht in den Wind gehen, an den Stiel mit grobem Zwirne feſt genäht werden; ſie wird un⸗ entblättert bleiben dieſe Blume, aber wie wird ſie aus⸗ ſehen?— gerade wie eine tugendſame Actrice.— Die Kunſt des Schauſpiels ſelbſt verzerret den Charakter die⸗ ſer Damen, wie ihre Geſichtszüge, die im beſtändigen Wechſel des Vorgeſtellten alles Eigenthümliche verlieren, gleich den Köpfen der Münzen, die durch viele Hände und viele Taſchen gehen. Was nun die engelreine Al⸗ bina betrifft, um die ihr mich mit Gewalt wollt trauern machen, ſo geh' ich eine Wette ein, die euch zeigen ſoll, daß ich Urſache habe luſtig zu ſeyn, wenn ich an ſie denke.“— Bey dieſen Worten trat Aſtolph, den das Geſagte bey mancher bittern Wahrheit durch den Ton, wie es geſagt wurde, und die leichtfertigen Gleichniſſe,