36 Philipps Tode den Sohn eines mächtigen Hauſes in Paris im Zweykampfe zu tödten das Unglück hatte, vertrieb ihn aus ſeinem Vaterlande, er ward geächtet, ſein Vermögen eingezogen. Unter fremdem Nahmen lebt er ſeitdem in Spanien; ſeinem Irrſal ſetzte die Liebe ein Ziel; Donna Mencia Manreſa, eine edle Spanierinn, meine Mutter, ſchenkte ihm ihre Hand. Die Kunſtliebe meines Vaters und ſein Beſtreben, mir nach dem gänzlichen Verluſte ſeines Vermögens einen unabhängigen Unterhalt zu gründen, brachten mich auf die Bühne, wo mir meine täglichen Rollen wohl nur in dem beſeligenden Bewußtſeyn gelingen mögen, daß mir der Himmel für mein irdiſches Daſeyn die Rolle eines Kindes zugewieſen hat, welches die einzige Stütze unglücklicher, theurer Aeltern iſt. Doch vernehmt, was uns mehr als mein jetziger Stand und das Geheimniß meines Vaters ſcheidet; Mencia, meine Mutter, war die Braut eures Vaters; einer vortheilhafteren Verbin⸗ dung wegen hatte er ſie unter dem Vorwande ſeiner, durch ihren Leichtſinn gekränkten Ehre aufgegeben. Sie kennt eures Vaters Stolz, ſie hat ſeine Züge in euch erkannt, als ſie euch das erſte Mahl erblickte, und vor euch zurückgeſchaudert. Sie weiß, daß Don Enrique nie in eure Verbindung mit mir einwilligen wird, dar⸗ um will ſie euch nie ſehen, keinen Antheil nehmen an
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