Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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5 König ſtraft den Sünder das Gewiſſen.“ Aſtolph, den ein Zweifel ſeines Gewiſſens verfolgte, ob er recht ge⸗ than, indem er Albinens Herz dem ſeinigen näherte, ohne zu wiſſen, ob der Ausgang ſeiner Liebe ein guter ſeyn könne, kehrte ſich zu Albinen, die abgewendet ſtand von dem gräßlichen Bilde, und ſprach:„Guer Schat⸗ ten ſoll quälend auf mir laſten, wie jener Leichnam auf dem Mörder, wenn ich euch betriege.“— Mit jenem Lächeln, das Albinen bey jedem Anlaſſe eigen war, wo andere Frauen Thränen gezeigt hätten, antwortete ſie leiſe:„Für jeden Fall ſoll euch mein Bild das eines Friedensboten ſeyn; ſolltet ihr einſt Verzeihung bedür⸗ fen, ſo denket an mich, und der Gedanke an mich ſoll euch mit mir verſöhnen!“ Dieſe Worte blieben in Aſtolphs Seele, und er liebte Albinen ſeit jener Nacht noch in— niger und herzlicher.

Ein Brief ſeines Vaters, der ihm befahl, ſeine Nückkehr nach Madrid zu beſchleunigen, weil der alte Seradilla die Vermählung ſeiner Tochter mit Aſtolph nicht länger ein leeres Stadtgeſpräch ſeyn laſſen wolle, und bereits Anſtalten zu dem glänzenden Verlobungs⸗ feſte treffe, weckte Aſtolphs Gemüth aus ſeinem Liebes⸗ traume, wie die Feuerglocke den Süßſchlummernden, über deſſen Haupte drohende Flammen emporlodern. Er ſuchte Albinen auf, ihr ſein ganzes Herz zu eröffnen,

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