Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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3 daß ihn eine Vergeſſenheit ſeines Herzens von Albinen wieder abwenden könnte, ſtand er als der Verräther der Unſchuld vor ſich ſelbſt, und feſte Entſchlüſſe zur Treue folgten dem Gedanken an eine mögliche Treu⸗ loſigkeit.

Unter jenen zarten Vorbereitungen, welche die Liebe mit geiſtvollem Scherze bey edleren Gemüthern dem Ernſte einer entſcheidenden Erklärung der Herzen vor⸗ angehen läßt, war es Winter geworden. Die Feyer der Chriſtnacht rief auch die bey Polychreſtos verſammelte Geſellſchaft zu der erhebenden Wanderung durch die beleuchteten Kirchen, wo die Chöre der Hirten die An⸗ kunft des Heils der Menſchheit verkündigten. In der Vor⸗ halle eines Kloſters feſſelte die frommen Waller, unter denen ſich auch Aſtolph, in ſeinen Mantel gehüllt, an der Seite Albinens befand, der Anblick eines ſchauder⸗ vollen, vom Scheine rother Lampen erhellten Gemähl⸗ des. Es ſtellte eine Gerichtsſcene aus den Zeiten des Imperators Decius vor. Von ſeinem Throne herab ſah der richtende Tyrann mit finſterer Miene zu, wie an des Mörders Leib auf ſeinen Befehl der Leichnam des Gemordeten, Glied an Glied, Haupt an Haupt, mit Stricken feſt gebunden wurde, damit er zur Strafe mit dieſem verweſe. Entſetzen ſprach aus dem Gemählde, an deſſen unterem Nande geſchrieben ſtand:„Wie dieſer