Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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entzückte ihn ihre Schönheit, ihre hinreißende Sprache doppelt, und manche Beziehung in den vorgeſtellten Ver⸗ hältniſſen auf jene der zwey Liebenden ſteigerte Aſtolphs ſchwärmeriſche Neigung zu Albinen. Bald aber, ſehr bald kränkte ihn der Gedanke, daß die Kunſt des Schau⸗ ſpielers immer nur eine Dienerinn des Dichters ſey, der ihr oft das Unwürdige mit Aufopferung der per⸗ ſönlichen Würde darzuſtellen auferlegt; daß der Schau⸗ ſpieler neben den Launen des Dichters noch jene viel ärgeren der Zuſchauer ertragen müſſe, deren jeder für ein Paar Realen den beleidigendſten Spott mitbringen darf. Das Vorurtheil ſeiner Zeit gegen den Stand des Schau⸗ ſpielers, das, eben jener zweyfach dienenden Lage we⸗ gen, ſich immer erhalten und einigen Grund in der Wahrheit finden wird, empörte ihn zugleich, und machte ihn nachdenkend. Sein ſtolzes Gemüth ſchauderte jetzt zurück vor dem Gedanken, daß ihn die Träume ſeines Herzens an ein Weſen ketten ſollten, das auf den Bre⸗

tern vor der Welt geſtanden. Er lachte freylich der Sti⸗ che, die ihm ſein aufwachender Stolz verſetzte, denn er konnte die Vergangenheit mit den goldenen Schleyern eigenen Anſehens und des Reichthums decken; aber im⸗ mer ſtörend wirkten dieſe und ähnliche Gedanken auf den Lauf ſeiner Liebe. Wenn er dagegen die Möglichkeit verfolgte, daß ihn ſeines Vaters Anſehen und Gewalt