Teil eines Werkes 
2 (1825) Nachtfalter / von Franz Maria Nell
Entstehung
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30 die Krone des Familienlebens in Eintracht und Liebe die Mutter. Seinen Augen war ſie nicht ſichtbar gewor⸗ den, obwohl er wußte, daß ſie im Hauſe lebe, im Frie⸗ den mit Polychreſt. Albina beantwortete ſeine Frage um die Urſache hiervon mit einem Seufzer und einem abge⸗ brochenen:„Sie iſt es nun einmahl ſo zu thun gewohnt.“ — Aſtolph erfuhr über Polychreſtos Herkunft einzig, daß er ein Franzoſe von Geburt ſey, den ein widriges Schickſal nach Spanien vertrieben; er hatte hier eine Dame von hoher Geburt geheirathet, und war nach Frankreich zurückgekehrt, wo ihm der Himmel Albinen ſchenkte. Auf's Neue verfolgt von ſeinem böſen Sterne, ſuchte er bald wieder ſein Heil in Spanien. In den Trüm⸗ mern Alt⸗Sevilla's lebte er lange Jahre von den Re⸗ ſten eines aus ſeinem Vaterlande mitgebrachten kleinen Vermögens. Die geheimen Künſte, die er dort geübt haben ſoll, bereicherten ihn nicht, und aus der Ruine des römiſchen Schauplatzes führte er Albinen auf das Theater von Sevilla, wo ihre ſeltene Kunſt Bewunde⸗ rung, ihre Tugend Achtung genoß. Dieſer ſonderbare Lebenslauf, mit manchem Mährchen verbrämt, ſteigerte Aſtolphs Theilnahme an der Tochter Polychreſtos, de⸗ ren ſanfte, blaue Augen und zierliche Geſtalt ihm als Angedenken an die milde galliſche Heimath jetzt erklär⸗ lich wurden. Sich Licht zu verſchaffen über Alles, was