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Seite einer treuen Wärterinn, oft habe ich ſie mit Thränen im Auge hier manches Klagelied um den ver⸗ ſchwundenen Traum der Kindheit ſingen gehört.“ Kaum hatte Hilario ausgeredet, als Aſtolph die Töne der Harfe Albinens, den klagenden Ton ihrer Stimme ver— nahm. Unaufhaltſam riß es ihn hin zu ihr. Er verließ Hilario, und indem er das Tuch, von Albinens Blute gefärbt, von ſeiner Bruſt riß, wo er es als den Pan⸗ zer ſeines Herzens getragen, ſtürzte er in den Säulen⸗ gang, woher die Stimme kam. Bey ſeinem Anblicke entſiel Albinen die Harfe, und ging in Trümmer auf dem Steinboden. Aſtolph näherte ſich Albinen, und in⸗ dem er ihr jenes Tuch vorhielt, fiel er zu ihren Füßen und ſprach:„Dieß Blut fordert Sühnung; ſeht mich zu euren Füßen, nehmt meinen Ring zurück, zum Be⸗ weiſe, daß auch ihr des Mitleids fähig mit dem Arm⸗ ſten, der um Liebe bettelt, die er nicht kaufen, nicht verdienen kann.“— Die frendig erſchrockene Albina nahm den Ring den ihr Aſtolph anbot, indem ſie die⸗ ſen emporhob, ſie ſelbſt aber fiel auf ihre Knie, und rief, dem aufgegangenen Monde zugewendet, der ihr Antlitz verklärte:„Dir Allgütigem, dir Ewigem ver⸗ dank' ich Alles, Alles!— Aſtolph verſtand dieß Ge⸗ beth, Albinens Liebe, wahr und rein wie die Liebe der Engel, leuchtete daraus hervor. In wenigen Augenbli⸗


